Ich rede von Verantwortung. Ich rede von Entscheidungen. Wer hat diese Massenkäfige da installiert? War er das?«, und dabei wies ich auf den Herrn, dessen Idee das nicht gewesen war. »Oder er?« Jetzt fasste ich den Nachbarn von Sensenbrink ins Auge. »Oder der Herr Sawatzki – aber da habe ich meine ernsten Zweifel. Ich weiß es nicht. Noch besser: Die Herren wissen es selber nicht. Und was sollen nun Ihre Arbeiter tun, wenn sie am Arbeitsplatze ihr eigenes Wort nicht verstehen? Wenn sie ein Vermögen für Klingeltöne ausgeben müssen, nur damit sie ihr Telefon von dem des Nachbarn unterscheiden können? Wer ist verantwortlich? Wer hilft dem deutschen Arbeiter in der Not? Zu wem sollen sie gehen? Hilft der Vorgesetzte? Nein, denn der da schickt die Leute zu dem da und der wieder zu jenem! Und ist das ein Einzelfall? Nein, das ist kein Einzelfall, sondern eine schleichende Krankheit überall in Deutschland! Wenn Sie heute eine Tasse Kaffee kaufen, wissen Sie noch, wer dafür die Verantwortung trägt? Wer diesen Kaffee kocht? Der Herr hier«, und hierbei wies ich erneut auf den Herrn, dessen Idee das nicht gewesen war, »dieser Herr hier glaubt natürlich, das wäre der Herr Starbuck gewesen. Aber Sie, Frau Bellini, und ich, wir beide wissen: Dieser Starbuck kann nicht überall zugleich kochen. Niemand weiß, von wem der Kaffee kommt, wir wissen nur: Der Starbuck, der war es nicht. Und wenn Sie in die Reinigung gehen, wissen Sie da noch, wer Ihre Uniform gereinigt hat? Wer ist denn dieser vermeintliche Yilmaz? Sehen Sie, und deswegen brauchen wir einen Wandel in Deutschland. Eine Revolution. Wir brauchen Verantwortung und Stärke. Eine Führung des Landes, die Entscheidungen trifft und für sie haftet, mit Leib, Leben, allem. Denn wenn Sie Russland angreifen wollen, können Sie nicht mal sagen: Ach, das haben wir alle irgendwie entschieden, so wie das der Herr Kollege hier gerne hätte. Ob wir jetzt Moskau einkreisen, da setzen wir uns alle zusammen und stimmen per Handzeichen ab! Das ist ja auch wunderbar bequem, und wenn’s schiefgeht, dann waren wir’s auch alle zusammen, oder noch besser: Das Volk war’s selber, weil das hat uns ja gewählt. Nein, Deutschland muss wieder wissen: Russland, das war nicht der Brauchitsch, das war nicht der Guderian, das war nicht der Göring – das war ich. Die Autobahnen – das war nicht irgendein Hanswurst, das war der Führer! Und so muss das wieder im ganzen Land sein! Wenn man morgens ein Brötchen isst, dann weiß man, das war der Bäcker. Wenn Sie morgen in die Resttschechei einmarschieren, wissen Sie, das war der Führer.«