Alle Utopien fangen mit Bekehrungen an. Menschen nehmen von ihtren alten Religionen, Überzeugungen und Lebensweisen Abschied und lassen sich im utopischen Projekt auf neue ein. Abschiednehmen und Sicheinlassen - das ist Bekehrung, nicht ein Blitz vom Himmel, Erweckung, Verzückung und ähnlicher Schnickschnack. Das gab es zwar auch. Aber Andi war erstaunt, dass die Bekehrung zu einem utopischen Projekt meistens eine nüchterne Lebensentscheidung war. Sie war es vor allem für die Frauen und Männer derer, die sich einem utopischen Projekt verschreiben hatten. Liebe, der Wunsch, zusammenzuleben, die Unmöglichkeit, zugleich in der normalen und der utopischen Welt zu leben, die Chancen eines besseren Lebens für die Kinder, die Chancen beruflichen und wirtschaftlichen Erfolgs für einen selbst - das war's. Es genügte nicht, die utopische Begeisterung des anderen zu verstehen, und es war nicht nötig, sie zu teilen. Nötig war, die normale Welt aufzugeben, die einen vom anderen trennte.