Es war nicht leicht, ein Feigling zu sein. Ein Held zu sein war viel leichter, als ein Feigling zu sein. Um ein Held zu sein, musste man nur für einen Moment Mut beweisen - wenn man die Waffe zog, die Bombe warf, auf den Zündknopf drückte, den Tyrannen umbrachte und sich selbst gleich mit. Aber ein Feigling zu sein, hieß, eine Laufbahn einzuschlagen, die ein Leben lang andauerte. Man durfte niemals ruhen. Man musste ständig voraussehen, wann es wieder einmal galt, Entschuldigungen vorzubringen, zu lavieren, sich zu ducken, Speichel zu lecken und sich über den eigenen gebrochenen, erbärmlichen Charakter klar zu werden. Ein Feigling zu sein erforderte Zähigkeit, Ausdauer, die Weigerung sich zu ändern - und das machte es gewissermaßen zu einer Art Mut.